Rezension “Marie” von Steven Uhly

Marie von Steven Uhly
 
Klappentext:


Der zwölfjährige Frido erzählt seiner kleinen Schwester Chiara eine aufwühlende Gutenachtgeschichte. Sie handelt von einem alten Mann, der ein Baby stiehlt. Als Chiara kurz darauf ihrer Mutter davon erzählt, reagiert diese schockiert. Im Affekt schlägt sie ihre Tochter. Von diesem Moment an gerät die kleine Familie aus dem Gleichgewicht. Veronika Kelber reibt sich auf zwischen ihrem Leben als Alleinerziehende und dem Anspruch, eine gute Mutter zu sein. Und dann ist da noch der Schmerz einer unsichtbaren Wunde, Schuldgefühle und die Erinnerung an ein furchtbares Versagen… (Quelle: Amazon)


Ein goßes Dankeschön an den btb Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares!
Dies beeinflusst jedoch in keinster Weise meine Meinung.

Meine Meinung: Steven Uhlys Marie ist das erste Buch, welches ich von ihm gelesen habe und zunächst sprang mich das schlichte, aber dennoch wundervolle Cover an. Auch der Klappentext klang sehr vielversprechend und mir war bewusst, dass es sich hierbei um keinen Gute-Laune-Romane handelt.
Es geht um die Familie Kelber, die aus der alleinerziehenden Mutter Veronika und den drei Kindern Frido, Mira und Chiara besteht. Der Vater ihrer Kinder hat sich ein neues Leben mit einer anderen Frau aufgebaut und nimmt die Kinder am Wochenende mal zu sich, aber auch nur wenn es unbedingt sein muss. Veronika ist mit der Situation überfordert und schafft es gerade mal, den Kindern eine Tiefkühlpizza aufzutischen. Dem ältesten ihrer Kinder, dem elfjährigen Frido, wird die Verantwortung für seine zwei Schwestern übertragen. Er  muss sich darum kümmern, dass sie pünktlich zur Schule kommen, ihre Hausaufgaben machen, sich anziehen und keinen Unsinn treiben.
Als Frido Chiara eines Abends eine Gute-Nacht-Geschichte erzählt, stellt sich heraus, dass diese viel realer ist als angenommen. Und die Geschichte nimmt ihren Lauf…

“Jetzt spürt sie eine kalte Gleichgültigkeit in sich, als ob sie nur ein kleines Insekt wäre, dessen Schicksal ebenso vorhersehbar wie bedeutungslos ist.”
Seite 85


Der Autor beschreibt in seinem Buch, wie schwierig, herausfordernd und mühsam es ist, allein für drei Kinder verantwortlich zu sein, sich ständig Gedanken darüber zu machen, wie man über die Runden kommt und nebenbei auf der Arbeit sich keinen Fehler leisten kann. Diesen Druck, der auf Veronika Kelber lastet, schildert Steven Uhly sehr authentisch und berührend. Auf jeder Seite spürt man die Anspannung, den inneren Zwist der Mutter und wie ihr die Situationen immer mehr über den Kopf wächst.
Auf detaillierte und beeindruckende Weise werden jedoch auch die Bemühungen von Frido veranschaulicht, der es seiner Mutter recht machen und ihr jegliche Last nehmen will, was für ein Kind in seinem Alter außergewöhnlich ist. Aber nicht nur Fridos Gedanken, sondern auch die Gedanken und Wahrnehmungen seiner Geschwister werden authentisch dargestellt. So hat die Viertklässlerin Mira Probleme in der Schule und mit ihrem Freund, während Chiara sich ungeliebt von ihrer Mutter fühlt.


“Das rote Kleid vergießt seine Farben auf den weißen Fließen.”
Seite 150

Steven Uhlys Schreibstil habe ich als nüchtern empfunden, aber gleichzeitig hat er das Talent, die Gedanken aller handelnden Figuren präzise und nachvollziehbar zu beschreiben. Es geht in Marie nicht nur um familiäre Probleme, sondern auch was passiert, wenn alles zu viel wird.
Was besonders bewundernswert ist, ist die Stärke und der Zusammenhalt der Kinder, als sie auf sich alleine gestellt sind. Als Leser möchte man Veronika schütteln und sie bitten, sich helfen zu lassen, denn sie ist einfach komplett überfordert.
Das Thema stimmt einen sehr nachdenklich und grübelnd. Es vermittelt den Punkt, dass Kinder so viel mehr mitbekommen, als Erwachsene denken.

Fazit: Ein Buch, dessen ernstes Thema nachdenklich stimmt und man nicht einfach zwischendurch liest.

💜💜💜💜

Rezension “Dead End Tokyo – Band 1” von Skyla Lane

Dead End Tokyo – Band 1 von Skyla Lane
 
Klappentext:


Das postapokalyptische Japan: ein Land, das mittlerweile die Pforte zur Hölle ist. Herumstreunende Bestien, hungrige Tiere, grausame Diktatoren; im Japan des 22. Jahrhunderts gibt es weder Gesetze, Mitgefühl noch Ehre. Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Zerstört durch die großen Kriege der Neuzeit, ist sie Brutstätte teuflischer Machenschaften geworden. Mittendrin die 19-jährige Rin. Die Kinder der Apokalypse hatten früh lernen müssen, was Überleben bedeutet: foltern, unterdrücken, morden. Erst, als Rin die junge Nanami Kono kennenlernt, entsinnt sie sich an die Werte einer vergangenen Zivilisation. Und als sie dem kampferprobten Kai begegnet, rührt sich sogar der verkümmerte Muskel in ihrer Brust. Doch hat die Liebe in Zeiten von Verrat und Rachsucht überhaupt eine Chance? (Quelle: Amazon)


Ein goßes Dankeschön an Skyla Lane für die Zusendung des Rezensionsexemplares!
Dies beeinflusst jedoch in keinster Weise meine Meinung.

Meine Meinung: Dead End Tokyo – Band 1 ist das zweite Buch, das ich von Skyla Lane lese und ich war gespannt, in welche Welt die Autorin mich hier entführt.  
Wie der Titel schon verrät, spielt die Geschichte im völlig zerstörten, von Bestien und grausamen Diktatoren heimgesuchten Japan. Die junge Vollwaise Rin hat schon in jungen Jahren gelernt, in dieser Welt zu überleben. Sie tötet und kämpf um zu überleben. Vetrauen, Hoffnung und Freundschaft sind ihr schon lange fremd – bis sie auf die hilflose Nanami trifft und ihr aus der Patsche hilft. Die beiden begeben sich auf die Flucht und hoffen in Abschnitt Eins auf ein Lager, in dem sie sich niederlassen können und sicher sind.
Auf ihrer Reise treffen sie auf die Brüder Kai und Sota. Die jungen Erwachsenen helfen sich gegenseitig mehrmals aus brenzligen Situationen und Rin spürt etwas, das sie schon lange vergessen hat…

“Und ob sie es sich eingestehen wollte oder nicht: ein kleiner Teil ihres Ichs sehnte sich nach Vertrauen.”


Die Geschichte startet recht ruhig und man bekommt einen Einblick davon, wie Rin alleine durch die Wälder zieht. Sie hat gelernt, sich in dieser grausamen Welt zu behaupten und schnell merkt man, dass sie ein unnahbares, teilweise kaltes und skrupelloses Mädchen ist.
Mit Rin hat die Autorin eine Protagonistin geschaffen, die ganz und gar nicht der typischen Norm entspricht. Rin ist ein charakterstarkes Mädchen, das mich von der ersten Sekunde an begeistern konnte. Die Unnahbarkeit, die sie ausstrahlt, konnte mich deshalb überzeugen, da auch mir dieser Charakterzug oft nachgerufen wird. Genau aus diesem Grund weiß ich auch, dass hinter der Fassade mehr steckt. Verletzlichkeit, der Wunsch nach Wärme und Hoffnung. Dazu kommt Rins prägende Vergangenheit und der Wunsch, den Tod ihrer Eltern zu rächen.
Ein weiterer Pluspunkt ist der außergewöhnliche Handlungsort Japan und die japanischen Namen, was ich bis dato so noch nicht gelesen habe.
Der Schreibstil von Skyla Lane ist wie bei Zombies in Berlin wahnsinnig bildhaft und die Spannung hatte zu Folge, dass ich beim Lesen ständig das Gefühl hatte, dass jemand Rin und ihren Freund auflauert. Man spürt die Anspannung auf jeder Seite und ich wollte nicht, aber ich musste, die Geschichte zu Ende lesen! 😄


“Keine einzige Träne glitzerte mehr in ihren Augen; sie waren wieder kühl wie die Nacht.”

Aber nicht nur Rin, sondern auch Nanami, die anfangs eher unbeholfen wirkt, konnte sich einen Platz in meinem Herzen ergattern. Die zwei Mädchen könnten unterschiedlicher nicht sein und doch verbindet sie eine Freundschaft. Rin möchte sich das zwar nicht wirklich eingestehen, aber gleichzeitig macht sie sich um sie Sorgen und will sie retten.
Die Brüder Kai und Sota sind beide sehr hilfsbereit, auch wenn sie in einer Welt leben, in der man niemanden trauen kann. Doch zwischen den Mädchen und den beiden Jungs entwickelt sich ein Band; sie werden langsam eine Gruppe. Auch die sich langsam entwickelnde Beziehung zwischen Rin und Kai wird sehr authentisch dargestellt und beginnt erst richtig gegen Ende. In den letzten Seiten habe ich richtig mitgefiebert und wahrscheinlich die ganze Zeit vor mich hergegrinst 😄 Bis ich den letzten Satz gelesen habe! 😣😨 Das Ende hat mich wirklich zerstört, denn auch wenn es kein wirklicher Cliffhanger war, ahnt man böses…

Fazit: Großartiger Auftakt einer dystopischen Romanreihe und für mich als Liebhaberin von Dystopien ein echtes Highlight, das volle fünf von fünf Herzen verdient!

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Rezension “Zombies in Berlin – Band 1” von Skyla Lane

Zombies in Berlin – Band 1 von Skyla Lane
 
Klappentext:


Berlin in naher Zukunft:
Die Hauptstadt versinkt in einem Meer aus lodernden Flammen. Das Brandenburger Tor wird zum alles sehenden Auge und was es sieht, ist voller Grässlichkeit. Zombies schlurfen und beißen sich von Spandau nach Pankow, von Neukölln nach Marzahn. Mittendrin die letzten Berliner: Sie kauern im Bunker und hoffen auf Hilfe. 

Doch die wird nicht kommen. 
Sie sind allein. Deutschland ist Zombieland.
Band 1 enthält die ersten beiden Episoden ~Präludium der Apokalypse~ und ~Bunkertage~ Band 2 enthält die Episoden ~Massaker~ und ~Totentanz~ Band 3 enthält die Episode ~John Meyn~ (Quelle: Amazon)



Ich danke Skyla Lane für die Zusendung des Rezensionsexemplares!
Dies beeinflusst jedoch in keinster Weise meine Meinung.

Meine Meinung: Seit The Walking Dead hat mich das Thema Zombies und besonders das Überleben der Menscheit in solch einer Apokalypse angefixt. Als ich auf rezi-suche.de auf Skylas Werke traf, hat mich der Klappentext sofort angesprochen und auch die Cover spiegeln die düstere Stimmung der Geschichte wider.
In Zombies in Berlin – Band 1 bekommt man den Ausbruch des Zombie-Virus mit, wenn auch dieser recht ruhig in einem Zug beginnt, in dem Protagonist John sitzt. Doch nach nur wenigen Seiten erwachen die ersten Infizierten und und sind auf der Suche nach Frischfleisch. Der Zug bleibt irgendwann vor Berlin stehen, Panik breitet sich aus und selbst die Polizeibeamten haben keine genaueren Informationen bekommen. Als Leser merkt man sofort, dass hier etwas gewaltig nicht stimmt…

“Jedes Geräusch versuchte ich zu analysieren: unsere Schritte, das Ächzen der Bäume unter dem Wind.”
Seite 41

Da ich sonst Bücher mit meist weiblichen Protagonisten lese, war ich etwas überrascht, dass mit John ein männlicher Protagonist vorgesetzt wurde. Das störte jedoch nicht meinen Lesefluss, denn Johns eher eigensinnige, schroffe Art konnte mich bereits nach den ersten Seiten überzeugen. Auch seine derbe Redensart sowie schnelle und logische Handlungen weisen auf seine Vergangenheit als Soldat sein, womit er ein Mensch ist, der in einer solchen Apokalypse gut überleben kann.
Schnell schließen sich auch die junge, toughe Nina, den eher ängstlichen Niklas und die Polizeibeamtin Patricia dem Mann an und gemeinsam kämpfen sie sich durch Berlin, auf der Suche nach Ninas Mutter, die in einem Bunker Unterschlupf gefunden haben soll.
Aber als John mit seinen Anhängern im Bunker ankommt, wird die Ruhe schnell von einem Mord und Geheimnissen überdeckt…
Die Stimmung in dem Buch ist durchweg spannend und gruselig, auch das Setting wird so bildhaft beschrieben, dass man das zerstörte Berlin vor Augen hat. Auch Johns Gedanken, die zwischen Misstrauen, Zweifel und Entschiedenheit schwanken, werden nachvollziehbar geschildert. Die Ängste und Gedanken der anderen handelnden Charaktere beschreibt Skyla Lane ebenso authentisch und man fiebert bis zum Ende mit.

“Raue Welt, raue Sitten, raue Töne. Gewöhnen Sie sich lieber dran.”
Seite 123

Die Autorin versteht es, mit Worten umzugehen und Spannung zu erschaffen, sodass ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe. Sie erschafft eine ganz eigene Welt, in der eine Apokalypse ausbricht und mit John einen Protagonisten abseits der Norm. Er handelt nicht zimperlich, er kann die Situation nur zu gut einschätzen und weiß mit ihr umzugehen. Ihr könnt es wohl schon erahnen, aber John ist definitiv mein Liebling! Zombies in Berlin ist keine seichte Geschichte über das Leben zwischen Zombies, sondern schildert auf authentische, brutale Weise das Überleben der Menscheit.
Fazit: Ein fesselnder, spannender Auftakt einer Endzeitromanreihe, die volle 5 von 5 Herzen verdient!

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Rezension “Conquered – Der Verrat” von Adina Pion

Conquered – Der Verrat von Adina Pion
Klappentext:

Nach dem College hat Sally nur ein Ziel: Sie will Schriftstellerin werden. Der Wunsch kommt ziemlich überraschend für ihre Eltern, weshalb die auch nicht bereit sind, sie mal eben nach Venedig reisen zu lassen. Obwohl Sally beteuert, nur dort könne sie die perfekt romantisch-düstere Kulisse für ihren Roman finden. Und so muss sich Sally in Venedig schließlich nicht nur mit Scharen von Touristen und Tauben, sondern auch noch mit dem viel zu gut aussehenden Bodyguard Lorenzo herumschlagen, der sie gehörig aus der Ruhe bringt.

Als Sally schließlich auf die grandiose Idee verfällt, sich zu Recherchezwecken auf einer SM-Party einzuschleichen, bekommt ihr Verhältnis zu ihrem Beschützer eine ganz neue Dimension. Denn der Versuch, die für die Party benötigten Rollen einzuüben, gerät ein wenig außer Kontrolle. Was zunächst als aufregendes Spiel beginnt, wird zunehmend ernster …

»Conquered – Der Verrat« ist ein in sich abgeschlossener, erotischer Liebesroman mit eindeutigen Szenen, einer romantischen Handlung und einem Hauch SM. (Quelle: Amazon)


Ein großes Dankeschön an Adina Pion für das Rezensionsexemplar!
Dies beeinflusst jedoch in keinster Weise meine Meinung.

Meine Meinung: Conquered – Der Verrat handelt von der etwas zickigen und verwöhnten Sally, die beschließt, Schriftstellerin zu werden. Für Recherchezwecken möchte sie nach Venedig reisen, wovon ihre Eltern ganz und gar nicht überzeugt sind. Schließlich lassen sie sich aber doch breitschlagen, unter der Bedingung, Sally einen Bodyguard zur Seite zu stellen. Und wie soll es anders sein? Der Bodyguard ist unverschämt gut aussehend und charmant, sodass sich Sallys Gedanken bald nicht nur um ihr Buch drehen…

“Ich dränge mich an ihn, lasse den Tränen, die unbedingt herauswollen, freien Lauf.”
Seite 255

Kapitel für Kapitel merkt man das Knistern, das zwischen Sally und ihrem Bodyguard Lorenzo herrscht. Und als Sally auf eine kuriose SM-Party eingeladen wird, zu der Lorenzo sie begleiten soll, nimmt die Liebesgeschichte ihren Lauf… Die beiden planen eine Session, um sich auf die Party vorzubereiten und Sally entdeckt ungeahnte Seiten an ihr. Seiten, die Lorenzo mehr als anziehend findet. Schnell wird klar, dass mehr zwischen den beiden ist.
Doch als Sally alleine auf der SM-Party auftaucht, begibt sie sich in große Gefahr und der einzige, der ihr helfen kann, ist Lorenzo. Wird er es rechtzeitig schaffen, ihr zu helfen? Und vor allem: Werden Sally und Lorenzo doch noch zueinander finden?

Mit der Protagonistin Sally hatte ich anfangs meine Probleme, da sie mir zu zickig, verwöhnt und stur war. Aber als sie auf Lorenzo trifft, der ihr Kontra gibt, gefiel mir die Geschichte immer mehr. Und wie erleichtert war ich, als die beiden sich endlich näher kamen. Das Knistern zwischen beiden war ja wohl mehr als auffällig. Auch die geschilderten Sexszenen empfand ich als eher harmlos – was womöglich darin liegt, dass ich schon einiges gewöhnt bin 😃, aber sehr erotisch und nicht zu übertrieben. Die Spannung tritt ein, als Sally allein zur SM-Party kommt und ab da konnte mich Conquered – Der Verrat auch wirklich packen.
Der Schreibstil der Autorin war flüssig und locker zu lesen, besonders Humor und Charme machen das Buch unterhaltsam. Ebenso das Cover, das in blauen Farben gehalten hat, spiegelt die erotische, geheimnisvolle Stimmung des Buches wider. Einzig allein der Untertitel Der Verrat ist meiner Meinung nach etwas schwer zu lesen

 Fazit: Eine erotische Liebesgeschichte mit einer Prise Humor und SM, die ich mit 4 von 5 Herzen bewerte!

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Rezension “Die Geprägten – Der Kampf des Willens” von Lena Wiebringhaus

Die Geprägten – Der Kampf des Willens von Lena Wiebringhaus

Klappentext:

Du bist also immer da, nur wenn man sich auf dich einlässt. Und dann kann man dich sehen?

Nie zuvor hatte Amalia Brown etwas mit Menschen zu tun, die unnatürliche, besondere Fähigkeiten besitzen. Sie zieht zu ihrer Familie zurück in ihre Heimat nach Dorwich. Hier trifft sie auf ihren damaligen besten Freund Theo, der ihre neue Liebe wird. Zum ersten Mal fühlt sie sich wie auf Wolke Sieben.
Doch wieso ist sie ihm so unendlich verfallen? Warum schleicht sich ihr Bruder nachts aus dem Haus? Und wer ist der fremde Mann, der ständig in ihrer Nähe auftaucht?
Amalias Willenskraft wird auf die Probe gestellt und der Kampf um ihre Familie und Freunde beginnt. (Quelle: Amazon)

Ein großes Dankeschön an Lena für das Rezensionsexemplar!
Dies beeinflusst jedoch in keinster Weise meine Meinung.

Meine Meinung: Die Geprägten erzählt von der jungen Amalia, genannt Lia, die wieder zu ihrer Familie zieht und dabei feststellen muss, dass sich einiges geändert hat. Warum verhalten sich ihr Bruder und ihre Schwester so merkwürdig? Und warum wird sie von einem Mann verfolgt? Ohne es zu ahnen, findet sie sich in einer Welt voller übernatürlicher Fähigkeiten wieder und auch die Beziehung zu ihrem langjährigen Schulfreund scheint nicht das zu sein, was Lia denkt…

“Sie merkte, wie sich ihr Körper langsam in Bewegung setzte. Ihr Verstand war vor Angst wie gelähmt.”

Der Einstieg in das Buch verläuft sehr ruhig und der vorherige Prolog, der aus der Sicht einer anderen Person geschrieben ist, macht neugierig. Man lernt langsam die Charaktere kennen, was etwas die Spannung nimmt und teilweise schleppend wirkt.
Aber dann nimmt die Geschichte endlich ihren Lauf und als Leser war ich sofort misstrauisch, was die neue Beziehung der Protagonistin Lia angeht. Als dann noch der mysteriöse Mann auftaucht, ahnte ich, dass etwas nicht stimmte. Auch das komische Verhalten von Lias Geschwistern war ein Aspekt, der mitspielte, aber trotz der genannten Punkte, empfand ich die Geschichte nicht als vorhersehbar.
Ich habe die ungefähr 220 Seiten sehr schnell gelesen, wobei einige Fehler in der Zeichensetzung den Lesefluss etwas störten. Nichtsdestotrotz ist der Schreibstil der Autorin sehr flüssig und leicht. Die Rückblenden sind meist als Nacherzählungen in die Kapitel eingebunden, was ich als eher störend empfand, da ich mir eine einheitlichere Gliederung gewünscht hätte.
Zwar lernt man am Anfang des Buches alle handelnden Figuren kennen, denoch hätte ich mir etwas mehr Tiefgang gewünscht. Das Verhalten der Protagonistin Lia konnte ich allerdings meistens nachvollziehen und das Potenzial ihrer Geschwister, die unvermeidlich zur Geschichte beitragen, hätte man weiter ausschöpfen können. Auch die Beantwortung einiger offener Fragen bezüglich der übernatürlichen Fähigkeiten hätte ich mir gewünscht, aber ich hoffe auf diese in der Fortsetzung.
Außer Acht möchte ich jedoch das Cover nicht lassen, das ich persönlich wunderschön und passend zum Buch finde! Die Farben und der abgebildete Kompass spiegeln die geheimnisvolle, düstere Stimmung wider.

Fazit: Die Grägten – Der Kampf des Willens ist der Auftakt einer Jugendbuch-Reihe mit Fantasyelementen, die viel Potenzial hat, aber an den o.g. Punkten einer kleinen Überarbeitung bedarf. Deshalb vergebe ich 3 von 5 Herzen!

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Rezension “Fesseln in der Finsternis” von CJ Roberts

Fesseln in der Finsternis von CJ Roberts

Klappentext: Caleb will nur eines: Rache üben an dem Mann, der ihn, als er noch ein kleiner Junge war, kidnappte und in die Sklaverei verkaufte.

Um an ihn heranzukommen, hat Caleb sich in der Welt der Sexsklaverei als Ausbilder einen Namen gemacht. Und nach zwölf langen Jahren scheint sein Plan endlich aufzugehen. Alles, was er noch tun muss, ist eine junge Frau entführen, so schön wie unwiderstehlich, und sie zu all dem machen, was er einst war.
Und er weiß auch schon genau, wer diese Frau sein wird – die schüchterne Livvie.

Der erste Teil der preisgekrönten Bestseller-Trilogie Dark Duet von CJ Roberts. (Quelle: www.festa-verlag.de)

Mein großer Dank geht an den Festa Verlag für die tolle Zusammenarbeit!
Dies beeinflusst jedoch in keinster Weise meine Meinung.

Meine Meinung: Fesseln in der Finsternis ist für mich das zweite Buch aus dem neuen Genre des Festa Verlages und ich war gespannt, welche Geschichte mich dieses Mal erwartete.
Es geht um die junge Olivia, genannt Livvie, die ein tristet Leben führt. Nach einem Vorfall, bei dem sie ihr Stiefvater bedrängt und ihre Mutter sie erwischt, wird Livvie von ihr als Hure bezeichnet. Fortan erfährt sie von ihrer Mutter keinerlei Liebe oder Zuneigung, dabei ist es das einzige, was sie will. Eines Tages trifft sie auf Caleb, von dem sie sich genau das erhofft, aber er hat etwas ganz anderes im Sinne… Er ist auf der Suche nach einem Mädchen, das er zur Lustsklavin ausbilden und an einen bestimmten Mann weiterverkaufen kann. An einen Mann, dem er Rache schwört.

“In jenem einen Kuss… gehörte er mir.”
Seite 128

Zwischen Livvie und Caleb entwickelt sich eine merkwürdige Beziehung, die zwischen Romantik, Selbstzweifel und Gewissensbissen schwankt. Einerseits hat Livvie Angst vor ihrem Entführer, aber gleichzeitig hofft sie auf Zuneigung und Wärme. Besonders gut kann man ihre Entwicklung vom schüchternen, unsicheren Mädchen betrachten, die ihre kämpferischen, starken Seiten entdeckt und letztlich auch weiß, diese einzusetzen.
Aber auch Caleb, der eigentlich andere Pläne mit Livvie hatte, lässt es nicht kalt, was zwischen den beiden geschieht. Durch Rückblicke erhält man Einblicke in seine Vergangenheit, die ihn zu dem Menschen gemacht haben, die er ist und vor allem versteht man die Gründe, aus denen er Rache will.
Beide Charaktere sind von ihrer Vergangenheit geprägt und die Autorin kann ihre Selbstzweifel und die Gewissensbisse wunderbar darstellen. Doch besondes beeindruckt hat mich, dass man die Entwicklung von Livvie so gut mitverfolgen kann und mich einige ihrer Gedanken bzw. Aussagen gegen Ende des Buches beeindruckt haben.
An diesem Punkt komme ich auch kurz auf das Cover zu sprechen, das sehr gut zur Geschichte und vor allem zu Livvie passt. Eine junge Frau, die in lasziver Haltung abgebildet ist, aber gleichzeitig den Kopf nach unten gebeugt hat, sodass man ihr Gesicht nicht sehen kann. Es ist eine Mischung aus sexy, erotisch und doch geheimnisvoll.

“Du bist keine holde Maid in Not und ich nicht der strahlende Ritter, der gekommen ist, um dich zu retten.”
Seite 287

Die wechselnden Erzählperspektiven erleichtern es, sich in die Charaktere einzufühlen und in erster Linie lässt es den Leser verstehen, warum Caleb wie handelt und was ihm fürchterliches zugestoßen ist. CJ Roberts hält die Spannung von der ersten Seite an und besonders das Ende macht mich neugierig auf die Fortsetzung. Wie geht es mit Livvie und Caleb weiter? Wird er es wirklich tun?
Fazit: In Fesseln in der Finsternis gibt es keine Szenen, die extrem verstörend oder ekelhaft sind, sodass es als Einstiegsbuch sehr gut geeignet ist. CJ Roberts Werk verdient 5 von 5 Herzen!

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Rezension “Tears of Tess – Buch 1” von Pepper Winters

Tears of Tess – Buch 1 von Pepper Winters

Klappentext: Die australische Studentin Tess bricht mit ihrem Freund zu einer romantischen Reise nach Mexiko auf. Sie hofft auf Spaß, viel Sex und die Gelegenheit, ihm endlich ihre geheimen Fantasien zu offenbaren, die so gar nichts mit süßer Anbetung und Kuschelsex zu tun haben.

Aber dann dringt der Schrecken in ihr Leben. Tess gerät in die Fänge skrupelloser Frauenhändler und wird nach Frankreich an einen geheimnisvollen Millionär als Sexsklavin verkauft. Plötzlich werden ihre dunklen Fantasien auf abstoßende Weise wahr …
Verrucht, heiß, ergreifend. Jedes Buch von Pepper Winters ist eine gewaltige Reise voller Schmerz und Leidenschaft. (Quelle: www.festa-verlag.de)

Mein großer Dank geht an den Festa Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares. Dies beeinflusst jedoch in keinster Weise meine Meinung.

Meine Meinung: Schon lange habe ich mich auf den Start der Dark Romance-Reihe vom Festa Verlag gefreut und mit Tears of Tess las ich das erste Buch des neuen Genres, welches nicht nur meine Erwartungen erfüllte, sondern übertraf. Mein bisher liebstes Genre Festa Extrem vermischte sich mit Erotik und expliziten Sexszenen – nichts für schwache Nerven, aber genau das richtige für mich.
Die Studentin Tess ist seit zwei Jahren mit ihrem Freund Brax zusammen, der sie liebt und all das gibt, was sie sich wünscht – außer ihren heimlichen Fantasien. Als die beiden nach Mexiko reisen, will Tess ihrem Freund gestehen, was sie wirklich im Bett will. Sie will harten Sex, sie will untergeben sein, aber nach dem missglückten Versuch ihm das zu zeigen, kommt alles anders. Bei einem Ausflug wird Tess von Sklavenhändlern entführt und an einen reichen Mann verkauft, der ihr genau das gibt, was sie braucht. Ein innerer Kampf zwischen Moral und Gewissensbissen beginnt, denn beide sind von so viel Dunkelheit in ihrem Innersten zerfressen, dass sie gar nicht merken, wie sehr sie den anderen brauchen…

“Ich konnte einfach nicht zulassen, dass er mich beherrschte –  auch wenn ich es mir noch so sehr wünschte.”
Seite 310

Die Protagonsitin Tess ist temperamentvoll, wild und eine Kämpferin. Als sie dann auch den reichen Mann trifft, treffen gleichzeitig zwei unglaublich tiefgründige Charaktere mit einer Seele, die von Dunkelheit umgeben ist, aufeinander. Das Buch schickt einen wahrhaftig auf eine Achterbahnfahrt und die innere Zerissenheit von Tess wird von Pepper Winters wahnsinnig intensiv und authentisch beschrieben. Es folgen auch viele Absatze ohne Dialoge, in denen die inneren Gedanken und Gefühle beschrieben werden, aber die Autorin kann diese so gut schildern, dass man nicht – wie bei manch anderen Büchern – die Absätze überspringt. Nein, denn dadurch gewinnt man einen Einblick in die Charaktere, die auch deren psychischen Abgründe zeigen.
Ein weiterer Hauptcharakter ist der Mann, der Tess kauft und bei sich aufnimmt. Man hat von vorneherein Vorurteile und ein schlechtes Bild von, aber nach und nach erfährt man in kleinen, aber bedachten Schüben mehr über ihn. Trotzdem bleibt dieser Charakter bis zur letzten Seite nicht einschätzbar und damit geheimnisvoll.

“Er brachte sie zum Weinen, zum Schreien und dazu, sich selbst in Stücke zu reißen.”
Seite 356

Zum Ende des Buches möchte ich nicht viel sagen, denn sonst würde ich spoilern, aber ich konnte Tess’ Handlung nachvollziehen und das hat mich letztendlich doch etwas erschreckt.
Tears of Tess ist nicht ein Buch, das von Aneinanderreihungen von Sexszenen lebt, es zeigt auf spannende und interessante Weise die menschliche Psyche. Die Autorin versteht es, mit Worten umzugehen und ihr Schreibstil ist einfach grandios, ein anderes Wort fällt mir nicht ein.
Fazit: Sehr detaillierte, intensive Beschreibungen und tiefgründige Charaktere machen das Werk zu einem einmaligen Lese-Erlebnis! Die Autorin lässt den Leser auch nicht mit einem fiesen Cliffhanger zurück, aber doch macht es neugierig auf die Fortsetzung, vor allem bin ich wieder auf Pepper Winters Schreibstil gespannt. Tears of Tess erhält darum fünf von fünf Herzen!
Hinweis: Wer jedoch vor Gewalt, expliziten Sexszenen oder Erniedrigung  zurückschreckt, sollte mit Vorsicht an das Buch herangehen.

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Rezension “Julies Story” von Birgit Loos

Julies Story von Birgit Loos

Klappentext: „Ich glaube nicht an die Liebe auf den ersten Blick. Man lernt jemanden kennen, findet ihn super und dann stellt sich heraus, dass er ein Freak oder ein Psycho ist. Ich habe mir fest vorgenommen mir Zeit zu lassen, bevor ich mich verliebe. Ich werde mir den Typen in aller Ruhe ansehen und erst dann Gefühle investieren, wenn ich mir sicher sein kann, dass er allen oder den meisten meiner Vorstellungen entspricht. Man kann nicht vorsichtig genug sein.“
Das ist Julie Brandes feste Überzeugung. Doch als sie den wesentlich älteren Dr. Benno Kobler kennenlernt und sich Hals über Kopf in ihn verliebt, vergisst sie ihre Überzeugung und stellt sich sogar gegen ihre Brüder, denen der neue Freund ihrer Schwester keineswegs geheuer ist. Schon bald muss Julie feststellen, dass ihre große Liebe eine dunkle Seite hat und die Warnungen ihrer Brüder mehr als gerechtfertigt sind. Kann Julie sich aus dieser unheilvollen Beziehung lösen, bevor Benno nicht nur ihr Leben, sondern auch das Leben ihres geliebten Bruders Alex zerstört? (Quelle: Amazon)

Zunächst ein großes Dankeschön an Birgit Loos für die Zusendung des Rezensionsexemplares. Dies beeinflusst jedoch in keinster Weise meine Meinung.

Meine Meinung: Auf dem Bloggerportal rezi-suche.de bin ich auf das Werk von Birgit Loos gestoßen und der Klappentext hat mich sofort angesprochen.
Auf dem Cover ist eine junge Frau abgebildet, die sehr verträumt und auch etwas niedergeschlagen wirkt, was die Stimmung im Buch gut widerspiegelt. Jedoch vermittelt das Cover den Eindruck, dass es sich um einen historischen Roman handelt oder die Geschichte in der Vergangenheit spielt, was nicht der Fall ist.
Julies Story erzählt – wie der Titel schon verrät – die Geschichte von Julie und wie sie den älteren Arzt Benno Kobler kennen und lieben lernt, obwohl sie nicht an Liebe auf den ersten Blick glaubt. Aber schon kurze Zeit später stellt sich heraus, dass Benno nicht so charmant, nett und witzig ist, wie er scheint. Er hat eine andere, dunkle Seite, die er immer öfter an Julie auslässt und es scheint, als würde sie selbst nicht realisieren, was gerade passiert. Bis etwas geschieht, das nicht nur Julie, sondern auch ihre Familie zu zerstören scheint…

“[…] Du schwebst in anderen Galaxien und siehst die Wirklichkeit nicht mehr […].”
Seite 79

Leider konnte ich mich schwer in die Protagonistin Julie hineinversetzen, da sie nach nur wenigen Seiten ihre Denkweise bezüglich Liebe auf den ersten Blick über Bord wirft und sich dabei vollkommen in der Beziehung mit Benno verliert. Das bleibt ihrer Familie natürlich nicht lange verborgen und hier konnte ich die verständnislosen Reaktionen der Familienmitglieder nachvollziehen. Oft hätte ich die Protagonistin am liebsten geschüttelt und zur Besinnung gebracht.
Von Benno Kobler erhält man das ganze Buch über wenige Informationen über sein bisheriges Leben und seine Vergangenheit, wodurch er sehr geheimnisvoll wirkt. Julie lässt sich von ihm blenden und merkt erst, als es bereits zu spät ist, wie sehr Benno sie in seinen Fängen hat.
Abgesehen von den Charakteren erzählt die Geschichte von Problemen, die bestimmt der eine oder andere aus der Familie kennt. Aber im Mittelpunkt von Julies Story stehen ernste Themen, die ich wiederum interessant fand und authentisch beschrieben wurden.
Der Schreibstil der Autorin konnte mich leider nicht überzeugen, da ich es zwischendurch oft als langatmig und zäh empfand. Mir fehlte oftmals die Spannung in den Kapiteln, lediglich eine einschneidende Szene gegen Mitte/Ende des Buches erzeugte Dramatik.

Fazit: Julies Geschichte konnte mich leider nicht ganz überzeugen, da mir persönlich der Bezug zur Protagonistin fehlte und ich ihre Handlungen nicht nachvollziehen konnte. Die Themen, die im Mittelpunkt der Geschichte und der Beziehung von Benno und Julie stehen, fand ich interessant und bewegend. Deshalb kann ich nur 3 von 5 Herzen vergeben.

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Rezension “Project Wonderland” von Rebecca Hinterecker

Project Wonderland von Rebecca Hinterecker

Klappentext: Zwanzig Jahre nach einem verheerenden Virus, dem beinahe die gesamte Bevölkerung Amerikas zum Opfer gefallen ist, hat die Regierung Europas beschlossen, den Kontinent wiederzubesiedeln. Ausgewählte Straftäter werden aus den völlig überfüllten Gefängnissen nach Amerika gebracht, um das Land wieder bewohnbar zu machen. Katrina ist eine von ihnen. Gemeinsam mit anderen Jugendlichen muss sie täglich ums Überleben kämpfen, denn es lauern überall Gefahren. Und auch die Regierung scheint ein falsches Spiel zu spielen. Wird es Katrina und ihrer Gruppe gelingen zu überleben? (Quelle: Amazon)

Zunächst ein großes Dankeschön an Rebecca Hinterecker für die Zusendung des Rezensionsexemplares. Dies beeinflusst jedoch in keinster Weise meine Meinung.

Meine Meinung: Auf dem Bloggerportal rezi-suche.de bin ich auf Rebeccas Buch Project Wonderland gestoßen und der Klappentext hat mich sofort angesprochen, sodass ich sie kurzerhand anschrieb und vor wenigen Tagen ist das Buch bei mir angekommen.
Das Cover ist sehr schlicht gehalten, die sanften Blau- und Grautöne spiegeln wunderbar die Stimmung im Buch wider und auch das Mädchen, welches darauf abgebildet ist, wirkt niedergeschlagen und verzweifelt.
Jetzt aber zum Inhalt: Es geht um Katrin, Kat genannt, die im Gefängnis auf ihre Hinrichtung wartet und wider Ewarten doch nicht sterben soll. Stattdessen werden sie und andere jugendliche Straftäter nach Amerika gebracht, um den Kontinent wieder bewohnbar zu machen, da auf diesem vor vielen Jahren ein Virus gewütet hat. Unfreiwillig werden sie Teilnehmer am Project Wonderland, wie es die Regierung nennt. Dort sind sie auf sich allein gestellt und müssen auf dem Kontinent überleben, was aber nicht einfach ist, denn andere Menschen und weitere ungeahnte Geschehnisse stellen die Gruppe auf eine Probe…

Gleich auf der ersten Seite war ich gefangen. Wir erleben Kats vermeintlich letzten Tag mit und bekommen Eindrücke davon, warum sie im Gefängnis sitzt. Der Grund ist einfach und eigentlich für jeden verständlich, außer die Regierung, die das Leben der Menschen beherrscht: Ungerechtigkeit. Kat kämpfte mit anderen Freunden für Gerechtigkeit und sitzt dafür hinter Gittern. Aber schon wenige Seiten später ändert sich die Situation komplett und Kat sitzt im Flieger nach Amerika.

“Du wurdest auserwählt, um an Project Wonderland teilzunehmen”, beendet er schließlich seinen Satz und sieht mich abwartend an.
Seite 10

Auf dem Kontinent angekommen, lässt man die Jugendlichen frei und überlässt sie sich selbst. Als Leser fragt man sich in diesem Moment, wie es wohl ist, wenn so viele Straftäter auf einmal ausgesetzt werden und man erwartet wohl Schlägerein und Zankereien. Aber irgendwie schaffen es die Jugendlichen, sich zusammenzureißen und so wird aus dem wilden Haufen Gefangener eine Gruppe. Die Jugendlichen müssen sich aber vielen Hindernissen stellen und schnell macht sich die Vermutung breit, dass die Regierung ein Spiel mit ihnen spielt…
Kat als Protagonistin, die ich aufgrund ihrer rebellischen Art von Anfang an mochte. Sie blieb sich selbst in der Geschichte treu, verstellte sich nicht und doch machten sich kleine, positive Veränderungen bemerkbar. Zudem hat Rebecca Hinterecker eine kleine Nebengeschichte um Liebe und Freundschaft miteingebaut, die jedoch nicht im Mittelpunkt steht.
Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin sowie die spannungsgeladenen Kapitel haben dazu beigetragen, dass ich nur so durch die Seiten geflogen. Das Buch habe ich innerhalb eines Tages beendet, denn ich wollte wissen, wie es weitergeht und auch die Charaktere, die zudem sehr authentisch dargestellt sind, sind mir ans Herz gewachsen.
Eine kleine Bemerkung: Ruht euch nie auf euren Vermutungen aus, denn die Autorin versteht es, Plottwists einzubauen. Während des Lesens habe ich nicht nur innerlich geflucht, sondern auch laut meiner Wut auf einen bestimmten Charakter Luft gemacht. Ihr Büchernerds kennt das sicher.
Project Wonderland ist aber nicht nur ein Buch, welches man durchliest. Nein, es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und bei vielen geschilderten Situationen habe ich mich gefragt: Wie würdest du handeln?
Fazit: Eine unfassbar spannende und packende Dystopie, die meine Erwartungen übertroffen hat. Aufgrund des eher offenen Endes freue ich mich auf die Fortsetzung, das Wiedersehen mit den Charakteren und hoffe auf die Beantwortung offener Fragen.

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Rezension “Ruht das Licht von Maggie Stiefvater”

Ruht das Licht von Maggie Stiefvater

Klappentext: Obwohl alles verloren schien, ist Sam zu Grace zurückgekehrt. Er hat den Wolf in sich besiegt und jetzt liegt ein ganzes Leben in seiner Menschengestalt vor ihm. Doch nun ist es Grace, deren Zukunft ungewiss erscheint. Sie, die sich ihrer menschlichen Haut immer so sicher war, hört nachts die Stimmen der Wölfe und weiß: Sie rufen nach ihr.

Wogegen Grace sich mit aller Macht wehrt, wäre Cole hochwillkommen. Cole wünscht sich nur eines: Vergessen. Vergessen, wer er ist. Vergessen, was er getan hat. Die Wolfshaut ist seine Zuflucht. Doch trotz der eisigen Kälte gelingt es ihm nicht, die Wolfsgestalt dauerhaft anzunehmen.

Als Coles Vergangenheit ihn einholt und sich immer mehr neugierige Augen auf die Wölfe richten, muss Sam zusehen, wie seine Welt zerbricht: Das Rudel schwebt in größter Gefahr und Grace hält nur noch die Liebe zu ihm in ihrem menschlichen Leben. Sam ahnt, dass der Wolf in ihr eines Tages siegen wird.

„Ruht das Licht“ ist der zweite Band einer Trilogie. Der Titel des ersten Bandes lautet „Nach dem Sommer“.

Mit ihrem Bestseller “Nach dem Sommer” schafft Maggie Stiefvater ein großartiges Liebespaar, das weltweit Millionen Leser begeistert hat. Mehr Infos zu Buch und Autorin unter:

www.maggiestiefvater.de (Quelle: Amazon)

Meine Meinung:  Nachdem ich vom ersten Band sowie von der romantischen Erzählung um die Beziehung von Grace und Sam so gefesselt war, wartete der Folgeband Ruht das Licht darauf, von mir gelesen zu werden.
Hier geht es weiterhin um die Liebesgeschichte von Grace und Sam, aber auch um das unterdrückte Wolfswesen von Grace, der von Kapitel zu Kapitel körperlich schlechter geht. Die Autorin hat auch in diesem Band wieder den Fokus auf die Beziehung der beiden gelegt und durch ihre wunderbar gewählten Worte kann sie die Leidenschaft und Gefühle beider unglaublich gut schildern. Man merkt die innere Verbundenheit von Grace und Sam, die vor allem dadurch hervorgehoben wird, dass auch ihre Beziehung unter Probe gestellt wird.
Während Grace und Sam für tiefgründige, warme Momente sorgen, gibt es noch Isabel und Cole, der neu im Wolfsrudel ist. Isabel mochte ich schon im vorherigen Teil und in Ruht das Licht wird die Geschichte auch aus ihrer Sicht erzählt. Sowohl Isabel als auch Cole sind durch Schicksalsschläge geprägt und tasten sich vorsichtig aneinander an. Die Autorin macht beide zu Hauptcharaktern, denn auch aus Coles Sicht wird erzählt, wobei mich teilweise seine “Egal-Haltung” und sein Selbstmitleid gestört haben. Sie stehen im kompletten Gegensatz zu Grace und Sam, was aber ihre Beziehung besonders interessant macht.

Durch die vielen Hauptcharaktere, die alle zur Geschichte beitragen, werden Nebencharaktere etwas vernachlässigt. Doch da das Hauptmerkmal auf die mysteriöse Krankheit und Cole gesetzt wird, was viel Spannung hervorruft, störte mich das nicht.
Im Gegensatz zum Vorgänger spielen nun Grace’ Eltern eine größere Rolle, besonders ihr Vater, der mich durchweg genervt hat. Jahrelang kümmern sie sich nicht um ihre Tochter und dann benehmen sie sich so störrig und verständnislos.
Der Schreibstil von Maggie Stiefvater war wie erwartet wunderschön und sie schafft es mal wieder, starke Gefühle zu vermitteln. Auch die Zitatete des Lyrikers Rilke sowie selbsgeschriebene Songtexte machen es zu einem einzigartigem Lesegefühl.

 Fazit: Grace, Sam, Isabel und Cole haben so viel zu erzählen, dass sich sowohl Spannung, Melancholie, Dramatik und Romantik in dem Buch vereinen. Ruht das Licht ist eine würdige Fortsetzung und verzaubert wieder durch Maggie Stiefvaters Schreibstil.

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