Rezension “Der erste und letzte Song” von Tamara Guidolin

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Klappentext: Julian und Elena bewegen sich beide in der Welt der Reichen und Berühmten. Während Elena noch gegen den übergrossen Schatten ihres Vaters ankämpft, geniesst Julian längst den Erfolg als Rockmusiker.
Beide sehnen sich nach Liebe und hadern dabei mit Problemen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Julian macht schwierige Zeiten durch und erleidet einen Schicksalsschlag. Elena ist asexuell, ohne sich dessen bewusst zu sein.
Als sie sich kennenlernen, stösst jeder von ihnen auf neue Herausforderungen. Für beide ist es an der Zeit, ihr Leben zu überdenken. Können sie sich gegenseitig geben, was sie brauchen?
(Quelle: BoD)


Ein großes Dankeschön an Tamara Guidolin für das Rezensionsexemplar! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.


Meine Meinung

Ich bin ehrlich: Ich habe den Titel und Klappentext gelesen und eine Liebesgeschichte erwartet. Das ist Der erste und letzte Song aber nicht. Es ist vielmehr eine Geschichte über zwei Menschen auf der Suche nach sich selbst.
Zum einen ist hier Julian, typischer Rockstar, der gerne Mädchen aufreißt, einen über den Durst trinkt und trotz dem Leben im Blitzlichtgewitter nicht glücklich ist. Er hat einige Päckchen zu tragen, die ihm sein Leben nicht einfacher, sondern schwieriger machen.
Nach einigen Kapiteln trifft Julian auf Elena, die hin und wieder im Schatten ihres berühmten Vaters steht und auch nur eines will: Sich selbst finden. Sie will Schauspielerin werden, hat bisher aber keine nennenswerten Rollen ergattern können und an Männern war sie eh nie interessiert. Den coolen Rockstar zu küssen muss doch etwas in ihr hervorrufen, oder etwa nicht?
Die Kapitel sind aus der Perspektive der beiden Protagonisten geschrieben, wobei ich mich Elena näher gefühlt habe. Ihre Gedanken und Gefühle vermittelt die Autorin sehr behutsam, sodass ich Elena auf jeder Seite nachempfinden konnte.

“Die Musik sollte das Wichtigste sein und nur die Musik sollte die Leute interessieren. Aber dem war nicht so. Und wann war die Musik in seinem eigenen Leben so zweitrangig geworden?”

Seite 236

Besonders das Thema der Asexualität lässt die Autorin sehr gut und vor allem lebensecht mit einfließen. Ich denke, viele Menschen wissen gar nicht, was das bedeutet und was es überhaupt ist. Der erste und letzte Song gibt Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt eines asexuellen Menschen, ohne dass es aufgesetzt oder langatmig wirkt. Es ist der erste Roman, den ich über das Thema gelesen habe und davor ziehe ich meinen Hut.
Mit dem männlichen Protagonisten Julian bin ich nicht wirklich warm geworden, zu ihm konnte ich bis zum Ende hin nicht wirklich durchdringen. Auch andere Charaktere, wie die Bandmitglieder oder Eltern von Julian, waren mir etwas zu farblos. Da hätte ich mir etwas mehr Tiefgang gewünscht.
Auch wenn beide Charaktere sehr unterschiedlich werden, finden sie im anderen etwas, das sie weiterbringt und ihr Leben beeinflussen wird.
Das Ende der Geschichte hat mich nicht schockiert oder überrascht, wurde aber passend gewählt. Vor allem das Gespräch zwischen Elena und ihrem Vater auf den letzten Seiten hat mir sehr gut gefallen.

Fazit

Es fällt mir schwer, hier eine endgültige Bewertung abzugeben. Das Thema, das Tamara Guidolin behandelt, sollte viel öfter aufgegriffen werden. Außerdem gefällt mir die Kombination Roman + Asexualität + Rockstar und vergebe deshalb 4 von 5 Herzchen.

💜💜💜💜

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