Rezension “Trance – Als die Menschen vergaßen zu leben” von Laura Schmolke & Veronika Serwotka

Trance – Als die Menschen vergaßen zu leben von Laura Schmolke & Veronika Serwotka

Klappentext:
Eine dystopische Welt, die kein Erbarmen zeigt.
Eine Regierung, die sich selbst betrügt.
Eine Frau, die die Zeit befreit.

Warum wir damals unter die Erde flüchten mussten, weiß heute niemand mehr. Wir besitzen nur noch Legenden – und unsere Existenz. Unsere Erinnerungen, unsere Identität, unsere Lebenslust tauschten wir gegen kleine weiße Tabletten ein. Ein Medikament, das sich Elysium nennt und zwar ewiges Leben verleiht, uns jedoch in eine Art Trance fallen ließ.

Doch als ich das Tagebuch finde, verändert sich für mich alles. Ich stelle wieder Fragen. Wer bin ich? Warum wollte ich vergessen? Wer tut uns all das hier an?
Ich heiße Kimberly. Und ich bin aus der Trance erwacht.
(Quelle: https://tagtraeumer-verlag.de)

Ein großes Dankeschön an den Tagträumer Verlag für das Rezensionsexemplar! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Meine Meinung:  Der Klappentext verspricht eine dystopische Welt, ein Abenteuer und so habe ich mich mit der Protagonistin Kimberly auf eine Reise begeben. Auf eine Reise zu sich selbst und der Wahrheit hinter der Welt, auf der sie lebt.
Die Welt von Kimberly ist in Ober- und Unterwelt unterteilt. In der Oberwelt lebt hauptsächlich die Regierung und die Unterweltler verkörpern die Arbeiter. Sie alle nehmen das Medikament Elysium zu sich, das ihnen ewiges Leben schenkt. Doch als Leserin wurde mir schnell klar, dass das seinen Preis hat. Die Menschen haben keinerlei Erinnerungen über ihr früheres Leben, ihr früheres Ich und existieren nur noch. Sie hinterfragen nichts und befinden sich in einer Trance. Auch dieses Medikament hat wie jedes anderes Nebenwirkungen, nur sind diese viel fataler.
Als Kimberly ein Tagebuch findet und auf eine Gruppe von Rebellen trifft, stellt das ihre ganze Welt auf den Kopf. Erinnerungen schießen durch ihren Kopf und endlich hat sie wieder das Gefühl, zu leben. Sie schließt sich den Rebellen an und gemeinsam wollen sie die Regierung stoppen. Sie wollen die Bevölkerung über Elysium aufklären und ihnen die Chance auf ein Leben geben,  nicht nur einer Existenz.

“Seit ich wieder angefangen habe, zu leben, habe ich schon viele Gefühle wahrgenommen: Angst, Schmerz, Verlust, sogar Panik. Aber nichs davon ist so schlimm wie das Unwissen darüber, wer ich selbst bin, und die Angst davor, es herauszufinden.”

Ich habe einige Zeit gebraucht, um mit der Protagonistin und den Rebellen warm zu werden, doch je mehr die Geschichte voranschritt, desto besser konnte ich diese auch einschätzen. Besonders die Erinnerungsfetzen von Kimberly haben Spannung vermittelt und mich gefesselt.
Was für ein Mensch war Kimberly in ihrem früheren Leben? Und vor allem, was hat sie getan? Warum scheint einer der Rebellen sie mit hasserfüllten Blicken zu strafen? Wem kann sie trauen?
Auf ihrer Reise in die Oberwelt müssen sich Kim und die Rebellen ihren Weg bahnen und einige Niederschläge einstecken.
Der Schreibstil des Autorenduos ist durchweg flüssig und sehr angenehm zu lesen. Jedoch fehlte mir in Trance ein bisschen Aktion und der ausschlaggebende Moment, der mich sprachlos zurücklässt. Dennoch kann man einige Abschnitte auch auf unsere heutige Gesellschaft projizieren und genau das macht eine Dystopie u.a. für mich aus: Sie regt zum Nachdenken an.
Fazit: Trance ist eine dystopische Geschichte, bei der mir etwas Action fehlte, die aber zum Nachdenken und zur Selbstreflexion angeregt. Dafür vergebe ich 4 von 5 Herzen!

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