Rezension “Leckerbissen” von Kitty Thomas

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Leckerbissen von Kitty Thomas

Klappentext:

Heute entdeckte ich etwas Schönes und beschloss, es zu zerstören. Ich wollte sehen, wie es in meinen Händen zerbricht und zu meinen Füßen zerbröckelt. Ihr Name ist Emily Vargas.

Emily wird in völliger Isolation gefangen gehalten. Als Teil seiner Konditionierungsmethoden weigert sich ihr Entführer, mit ihr zu sprechen, weil er weiß, wie sehr sich die selbstbewusste Frau nach menschlichem Kontakt sehnt …

Kann ein so schöner Mann ein Monster sein?

Was passiert, wenn alle Gefühle der Lust und des Schmerzes auf den Kopf gestellt werden? Wenn Peitschen Behagen verursachen und Essen zur Strafe wird?

Der erste Tag meiner Gefangenschaft war wie eine Geburt – oder wie Sterben.

Dies ist die Geschichte von Emily, von ihr selbst erzählt. Das ist keine kuschelige Liebesgeschichte. Es geht um echte Sklaverei.
(Quelle: festa-verlag.de)

Ein großes Dankeschön an den Festa-Verlag für das Rezensionsexemplar! Das beeinflusst meine Meinung jedoch nicht.

Meine Meinung:  Leckerbissen ist der vierte Band der Dark Romance-Reihe vom Festa Verlag und da mich schon die Vorgänger beeindrucken sowie überzeugen konnten, war ich auch hier gespannt.
Das Cover ist wieder traumhaft schön; es spiegelt die düstere Stimmung wider und die in rosa gehaltenen Lettern unterstreichen den weiblichen Touch. Auch das Zitat unterhalb des Titels und Namen machen neugierig.
Der Klappentext verrät von der Handlung nicht sehr viel und doch verspricht es den “typischen” Handlungsstrang eines Dark Romance-Buches.
Eine kleine Zusammenfassung, um was und vor allem wen es geht: Emily ist jung, erfolgreich und selbstbewusst. Sie ist Autorin, gibt Kurse und hat sogar einen Abschluss in Psychologie. Zwar hat sie keine allzu große Bindung zu ihren Eltern, aber davon abgesehen könnte es für sie nicht besser laufen. Bis sie mit verbundenen Augen und völlig isoliert von der Außenwelt in einer Zelle erwacht. Sachlich versucht sie zu verstehen und analysieren, was im Kopf ihres Entführers vor sich geht. Als sie diesen endlich zu Gesicht bekommt, steht ein gut aussehender Mann vor ihr. Er spricht kein Wort mit ihr, auch wenn Emily immer wieder versucht, ihn dazu zu bringen.  Sie weiß nur eines: Ihr Entführer ist attraktiv und vermögend.
Was das Buch so anders und besonders macht? Die Protagonistin Emily erfährt von ihrem Entführer keine Gewalt, kein Leid. Doch gleichzeitig bringt er die junge Frau dazu, dass sie um seine Aufmerksamkeit bettelt. Sie will seine Berührungen, sie will ihm ihre Seele schenken…

“Nur in meinen Träumen fühlte ich etwas. Ich hatte angefangen, von ihm zu träumen, von seiner Hand an meinem Gesicht, wie er mich fütterte.”
Seite 48

Kaum habe ich das Buch in die Hand genommen, konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Ich habe es in sage und schreibe zwei bis drei Stunden durch gelesen (ja, ich bin verrückt und definitiv lesesüchtig). Ich wollte wissen: WER zum Teufel tut das Emily an? Und viel wichtiger, WARUM? Hatte sie Feinde, von denen der Leser nichts weiß? Einen kranken Ex-Freund? Alles ging mir durch den Kopf, aber das Ende kam weitaus überraschender und schockierender.
Leckerbissen ist anders. Eine völlig andere Geschichte, denn es geht hier nicht um die erotischen Handlungen und Sex. Die Autorin schildert in wahnsinnig präziser und authentischer Weise, die nie langatmig wird, Emilys Gedanken und Gefühle. Als Leserin konnte ich mich sehr schnell und gut in das Verhalten und die Emotionen einer entführten Frau wie Emily sowie des Entführers hineinversetzen. Das Stockholm-Syndrom steht hier im Mittelpunkt und auch wenn es schwer scheint, zu verstehen, wie eine Gefangene positive Gefühle gegenüber ihrem Enführer entwickeln kann, ist das Kitty Thomas in ihrem Werk gelungen. Das ist es, was Leckerbissen für mich zu einem ganz einzigartigen Buch mit einem Schreibstil macht, der einen mit auf eine eindrucksvolle Reise nimmt.

“Es spielte keine Rolle mehr, denn wir waren beide wahnsinnig. Wie kann der Verrückte über den Verrückten urteilen?”
Seite 96

Zudem wird das Buch größtenteils aus der Sicht von Emily in der Ich-Perspektive geschrieben und plötzlich taucht ein allwissender Erzähler auf, was das außergwöhnliche Leseerlebnis unterstreicht. Auch das “Handicap” oder wie man es nennen möchte von Emilys Entführer war etwas neues für mich und machte die Geschichte noch aufregender.
Fazit: Leckerbissen ist außergewöhnlich, einzigartig und bietet ein eindrucksvolles Leseerlebnis, das ich verschlungen habe.  Definitiv eines meiner bisherigen Highlights in der Dark Romance-Reihe und verdient 5 von 5 Herzen!

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