Rezension “Hummeln fliegen auch bei Regen” von Andrea Kraft

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Hummeln fliegen auch bei Regen von Andrea Kraft

Klappentext:

Von der Depression zurück ins Leben.

Hannah ist 35 und weiß, wie es sich anfühlt den Halt zu verlieren. Hannah ist depressiv. Manchmal lähmt sie eine Panikattacke so sehr, dass sie es kaum schafft, die Entfernung vom Bett zum Bad zurückzulegen. Als Hannah ihr altes Tagebuch findet, dem sie einst Träume anvertraute, begreift sie, dass es an der Zeit ist, sie endlich in die Tat umzusetzen und ihren eigenen Weg zu finden. Aufrüttelnd ehrlich, nicht verharmlosend und dennoch optimistisch erzählt Andrea Kraft, die selbst an Depressionen litt, von Verzweiflung, Kopfschmerz-Tagen und Niedergeschlagenheit, aber auch von Momenten stillen Glücks und Zuversicht. Zugleich macht dieser Roman Betroffenen Hoffnung, einen lebensbejahenden Umgang mit dieser Krankheit zu finden. (Quelle: randomhouse.de)


Ein großes Dankeschön an das Bloggerportal und dem Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar! Das beeinflusst meine Meinung jedoch nicht.

Meine Meinung: Über Facebook bin ich auf das Werk der Autorin aufmerksam geworden und da sie ein Thema behandelt, das immer noch in unserer Gesellschaft tabuisiert wird, wollte ich es lesen.
Das Cover sowie der Titel passen wunderbar zueinander und auch die Farben stimmen sich miteinander ab. Die zwei Hummeln sind einfach total süß.
Nun aber zum Inhalt: Es um um Hannah, die unter Depressionen leidet und irgendwann beschließt, dass sie so nicht mehr weiterleben will. Sie will etwas ändern, sie will frei sein – frei von Panikattacken und Ängsten. Der Leser begleitet Hannah durch ihre Selbstfindungsphase und bekommt einen Einblick von den Hochs und Tiefs in ihrem Leben, durch die sie depressiv geworden ist. Der Tod ihres Vaters, eine gescheiterte Internetbeziehung, ein versuchter Selbstmordversuch und ein Klinikaufenthalt – Hannah hat ein schweres Päckchen zu tragen.

“Die eigenen, unerbittlichen Ansprüche waren makellos, und obwohl ich durchaus erkanne, wie mir vieles über den Kopf wuchs, ließ ich mich beeinflussen, um am Ende mir selbst gerecht zu werden.”
Seite 30

Von der Geschichte an sich möchte ich euch nicht viel verraten, denn sie lebt von zwei Geschehnissen. Leider muss ich sagen, dass ein Erlebnis davon der mitunter einzige Grund war, weshalb ich weitergelesen habe.
Nach ein paar Seiten wirkt der Roman eher wie ein Ratgeberbuch. Die Autorin litt selbst an Depressionen und sie schafft es, Einblicke in die Gedanken eines Betroffenen zu schildern sowie die Verzweiflung, Niedergeschlagenheit und Lethargie zu beschreiben. In vielen Sätzen und Situationen der Protagonistin konnte ich mich wiederfinden, aber fesseln konnte mich das Buch nicht .

“Wären Sehnsüchte wirklicher Hunger nach Leben, hätte ich alles gegeben, um sie zu verwirklichen […]”
Seite 59

Der Schreibstil von Andrea Kraft hingegen ist flüssig , leicht und auch Humor an gewissen Textstellen lockert die sonst so düstere Gedankenwelt von Hannah auf.
Mit den Nebencharakteren hat die Autorin authentische Figuren geschaffen, die die verschiedenen Reaktionen von Angehörigen und der Gesellschaft sehr gut widerspiegeln.
Fazit: Ein Roman, der eher einem Ratgeberbuch glich und mich dahingehend etwas enttäuschte. Jedoch konnte ich als Betroffene der Krankheit einige Weisheiten mitnehmen und für Leser, die über Depressionen mehr erfhren wollen, ist es eine gute Lektüre. Ich vergebe 3 von 5 Herzen.

💜💜💜

Anmerkung: Auch wenn Andrea Krafts Buch mich nicht komplett überzeugen konnte, möchte ich der Autorin danken, dass sie es geschafft hat, die Gedanken und Gefühle eines depressiven Menschen so gut herüberzubringen.
Es ist wichtig, Depression als Krankheit und nicht vergänglichen Gemütszustand anzusehen. Es ist keine Grippe, kein gebrochenes Bein – die Symptome sind ganz unterschiedlich und doch haben die Betroffenen eines gemeinsam: Sie haben die Freude am Leben verloren.

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