Wenn über 600 Kilometer die Liebe trennen | Fernbeziehung

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Der Beitrag war schon lange geplant und ich glaube, in Zeiten von Dating-Apps sind Fernbeziehungen keine Besonderheit mehr. Allerdings stellt es wohl eine Besonderheit dar, seit 8 Jahren eine Fernbeziehung eine Fernbeziehung zu führen – wie in meinem Fall. Hinzu kommt die Entfernung von rund 600 Kilometern.

Ich möchte einfach meine Erfahrungen mit euch teilen, vielleicht den ein oder anderen Tipp für diejenigen unter euch geben, die sich in der gleichen Situation befinden. Dennoch möchte ich vorweg sagen: Es gibt kein allgemeines Rezept, wie eine Fernbeziehung zu führen ist – denn Beziehungen sind individuell und gestalten sich ganz unterschiedlich. Die einen leben monogam, die anderen polyamor oder vollkommen anders.

Flugzeug, Auto, Fernbus oder Zug?

Fangen wir an: Eine Fernbeziehung ist unvermeidbar damit verbunden, zu reisen. Sei es mit dem Flugzeug, Auto, Fernbus oder Zug. In meiner Schülerzeit habe ich vor allem den Fernbus genutzt, um in den Ferien von A nach B zu kommen. Er ist super günstig, aber man ist bei 600 Kilometern sehr lange unterwegs. Bei kurzen Strecken aber definitiv empfehlenswert.
Inzwischen fahre ich ausschließlich mit dem ICE und buche sehr frühzeitig, um einen guten Supersparpreis zu erhalten. Dabei achte ich darauf, nicht zu Stoßzeiten (am Wochenende), sondern spät abends (ca. 19 Uhr) oder sehr früh morgens (ca. 6 Uhr) zu fahren. Eine BahnCard ist dabei für mich unerlässlich.

Die Frage, die sich die meisten wohl stellen: Wie oft seht ihr euch? Wie macht ihr das?
Natürlich ist jedem Paar es vorbehalten, selbst zu entscheiden, wie oft sie sich sehen. Manche sehen sich jedes Wochenende, andere alle zwei oder drei Wochen. Aus Erfahrung kann euch sagen: Sich zu sehen, miteinander zu sprechen statt über WhatsApp zu kommunizieren, ist unheimlich wichtig. Da habe selbst ich nach 8 Jahren noch etwas dazugelernt, denn anfänglich haben wir das ziemlich unterschätzt und uns ungefähr alle 3 Monate gesehen. Die Konsequenz dessen waren hart und haben unsere Beziehung mehrfach auf die Probe gestellt.
Mittlerweile sehen wir uns alle 1 bis 2 Wochen, was nur möglich ist, da ich mir im Studium den Stundenplan selbst zusammenstellen und darauf achten kann. Sich bei solch einer großen Entfernung nur Freitag bis Sonntag zu sehen, hat sich für uns nicht gelohnt und konnten wir uns finanziell auf Dauer nicht leisten.

Das A und O: Kommunikation

Eine Fernbeziehung lebt davon, sich zu regelmäßig zu sehen. So lernt man die Ecken und Kanten des anderen kennen, festigt die Bindung und ein gemeinsamer Alltag stellt sich ein. Vor allem in Zeiten, die wir länger zusammen verbringen, beispielsweise in meinen Semesterferien, fühlt sich das Zusammensein schöner an. Wir kochen gemeinsam, putzen die Wohnung, schauen zusammen Filme und gehen einkaufen – aber jeder hat auch Zeit für sich.
Wie in jeder Beziehung haben wir beide aber auch Zeit für uns alleine, die wir auch brauchen. Ich bin ein Mensch, der gerne mal alleine ist und so kommt es auch mal vor, dass ich lesend auf dem Bett sitze, während er an der PlayStation oder am Computer zockt. Die Stille, die dabei entsteht, fühlt sich aber in keinster Weise beengend an, sondern beruhigend.

Ein Thema, das nicht nur für Fernbeziehungen, sondern Beziehungen aller Art gilt: Offen reden. Sprecht miteinander, seid ehrlich, wenn euch etwas bedrückt, wütend oder traurig macht! Wie soll jemand anderes in euren Kopf schauen und wissen, was ihr denkt? Das mag vielleicht in kleinem Maße funktionieren, aber nur ihr selbst wisst, warum ihr wie in einer bestimmten Situation reagiert. Womöglich verbindet ihr eine schlechte Erinnerung damit und euer Partner hat davon keine Ahnung – atmet kurz durch und klärt es dann. Versucht, eure Gedanken und Gefühle zu äußern, warum ihr etwas so empfindet, wie ihr es tut.
Das mag nun alles ziemlich klug wirken, aber vor allem was Kommunikation angeht, habe ich im letzten Jahr sehr viel dazu gelernt. Ich bin leider ein wenig kommunikativer Mensch und wenn, dann reagiere ich oftmals impulsiv und zickig. Sich selbst und sein Verhalten zu reflektieren, hat mir und meiner Beziehung ungemein geholfen.

Bei der Frage, wie man Weihnachten, Geburtstage oder andere Feiertage verbringt, muss man auf Kommunikation zurückgreifen. Weihnachten ist mein liebstes Fest, seines weniger. Er hingegen liebt Silvester, ich find’s ganz okay.
Sprecht über eure Vorstellungen, wo, wie und mit wem ihr feiern möchtet. Auch hier sind Kompromisse einzugehen – dieses Jahr feiern wir dort, nächstes Jahr da. Wollen beide ihren Kopf durchsetzen, endet das womöglich so, dass jeder alleine den Tag verbringt und hier spreche ich wieder aus Erfahrung.

Beziehung = Beziehung

Wie ihr vielleicht feststellt, unterscheiden sich Fernbeziehungen nicht unbedingt von klassischen Beziehungen. Im Gegenteil, sie haben vieles gemeinsam: Kommunikation, Zeit zusammen, aber auch allein verbringen.

Habt ihr Erfahrungen mit Fernbeziehungen? Was ist eure Meinung? Hinterlasst gerne einen Kommentar!

1 Gedanke zu „Wenn über 600 Kilometer die Liebe trennen | Fernbeziehung

  1. Hallo Larissa,

    ich hatte 4 Jahre eine Fernbeziehung, wobei wir den Vorteil hatten, vorher schon 1 Jahr zusammen gewesen zu sein. Ich musste dann nur berufsbedingt wegziehen, während mein Freund sein Studium noch fortsetzen musste. Unsere Entfernung war aber auch “nur” 125km für zwei Jahre und danach nochmal 250km für weitere zwei Jahre. Jetzt wohnen wir endlich zusammen. 😀
    Und ich kann dir nur zustimmen: Kommunikation ist mega wichtig! Gerade wenn man sich nicht so oft sieht, kann es schnell nach hinten los gehen, wenn man Probleme in sich hineinfrisst.

    Liebe Grüße
    Alica

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